Deutschland gehört nach den Worten seines UN-Botschafters Peter Wittig zu den entschiedensten Verfechtern des Rechts auf sauberes Wasser.

 "Weltweit haben 884 Millionen Menschen keinen genügenden Zugang zu sauberem Wasser und mehr als 2,6 Milliarden keinen zu einfachen sanitären Anlagen. Jedes Jahr sterben etwa zwei Millionen Menschen an den Folgen unsauberen Wassers, die meisten von ihnen sind Kinder." Deutschland habe sich noch eine klarere Verantwortung in der Resolution gewünscht, stimme diesem Kompromiss aber zu.

(Spiegel, Juli 2010: http://www.spiegel.de/politik/ausland/uno-resolution-wasser-wird-zum-menschenrecht-a-708967.html)

"Wir bestehen zu zwei Dritteln aus Wasser, unser Gehirn sogar zu drei Vierteln", sagte Boliviens UN-Botschafter Pablo Solón. "Wasser ist das Transport- und Kühlmittel unseres Körpers, und wir können eine ganze Weile ohne Essen auskommen, aber nur wenige Tage ohne Wasser." Dennoch müssten Millionen Menschen jeden Tag ohne reines Wasser leben. "Durchfall ist die zweithäufigste Todesursache bei Kindern.

Durch schmutziges Wasser sterben mehr Menschen als an Aids, Malaria und Masern zusammen." Solón hielt vor der Vollversammlung kurz inne. "Das waren gerade dreieinhalb Sekunden. Alle dreieinhalb Sekunden stirbt ein Kind, nur weil es kein sauberes Wasser hat."

Der Anspruch auf sauberes Wasser ist völkerrechtlich jedoch (leider) nicht verbindlich. Einklagbar ist es selbst in den Unterzeichnerstaaten der Erklärung der Menschenrechte nicht, zu denen alle 192 UN-Mitglieder automatisch mit ihrem Beitritt zählen. Die Verankerung hat aber einen hohen symbolischen Wert und durchaus Einfluss auf die Politik von Staaten und der Vereinten Nationen.

Dennoch soll Wasser privatisiert werden, wie geht das zusammen?

Monitor Nr. 642 vom 13.12.2012 - "Geheimoperation Wasser: Wie die EU-Kommission Wasser zur Handelsware machen will"

Georg Restle: "Die wichtigsten politischen Veränderungen verbergen sich manchmal im Kleingedruckten. Klammheimlich, versteckt in einer Richtlinie, versucht die Europäische Kommission gerade ein Jahrhundertprojekt durchzusetzen. Es geht um nicht weniger als um die europaweite Privatisierung der Wasserversorgung. Wenn sich die EU-Kommission durchsetzt, dürfte aus einem Allgemeingut dann ein Spekulationsobjekt werden, mit dem sich - auch in Deutschland - Milliarden verdienen lassen. Es ist ein Sieg großer multinationaler Konzerne, die für diese Privatisierung jahrelang gekämpft haben. Die Folgen für uns Verbraucher könnten erheblich sein. Was da auf uns zukommt, zeigen Ihnen jetzt Stephan Stuchlik und Nikolaus Steiner."

Wasser ist nicht nur H2O, Wasser ist Leben. Zugang zu Wasser ist von der UN zum Menschenrecht erklärt worden. In Deutschland gehört Wasser zumeist den Städten und Gemeinden, also uns allen - noch. Doch das könnte sich schon bald ändern. Mit drastischen Folgen auch für Deutschland. Nach dem Willen der EU-Kommission wird es hier beginnen, in Portugal. Brüssel fordert, dass das Land jetzt seine Wasserversorgung verkauft. Hier, in Pacos de Ferreira hat man mit der Wasserprivatisierung schon begonnen. Gegen den Willen der Bürger, wie sie uns sagen.

Der vollständige Bericht: http://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2012/1213/wasser.php5

Die Situation:

Die Versorgung mit Trinkwasser und hygienischen Sanitäreinrichtungen bleibt eine der großen Herausforderungen der Menschheit.

Noch immer haben rund 1,1 Milliarden Menschen nicht genug sauberes Wasser. 2,4 Milliarden - mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung - müssen ohne Latrinen und ohne Abwasserentsorgung auskommen.

Verunreinigtes Wasser und mangelnde Hygiene zählen zu den Hauptursachen für die in vielen Ländern sehr hohe Kindersterblichkeit. Wo sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen fehlen, verbreiten sich Krankheitserreger und Parasiten besonders schnell. Ein Viertel der Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren gehen auf diese Krankheiten zurück. Schätzungen zufolge sterben jährlich rund zwei Millionen Kinder an Durchfallerkrankungen - 5.000 jeden Tag.

Was muss getan werden?

Zugang zu sauberem Trinkwasser: UNICEF fördert den Bau von Brunnen, Leitungen und Wasserreservoirs. Dabei greift UNICEF auf einfache Mittel zurück. Brunnen werden mit leicht zu wartenden Handpumpen ausgestattet

Hygienische Basisausstattung: UNICEF unterstützt den Bau einfacher Latrinen und öffentlicher Toiletten ebenso wie die Einrichtung von Abwassersystemen und die regelmäßige Müllbeseitigung. In den großen Städten bringt UNICEF die Bewohner von Slums und die Stadtverwaltung an einen Tisch, um gemeinsame Lösungen zu finden.

Beteiligung: UNICEF legt besonderen Wert darauf, die Bevölkerung vor Ort am Bau und an der Wartung der Brunnen und Wasserleitungen zu beteiligen, so dass die Menschen die Anlagen auch selbst reparieren können.

Information: Brunnen und Latrinen allein reichen nicht aus. Nur wer weiß, welche hygienischen Regeln einzuhalten sind und wie Gewässer sauber gehalten werden können, kann sich wirksam gegen Krankheiten schützen. UNICEF vermittelt dieses Basiswissen in den Gemeinden und Schulen.

http://www.unicef.de/aktionen/wasser-wirkt/hintergrund/

http://www.wasser-wirkt.de/startseite/

Petition gegen die Wasserprivatisierung unter http://www.right2water.eu/de

 

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Kommentare   

 
+1 #3 Der Branche mangelt es an Transparenzadmin 2013-03-12 19:42
Lob für die deutsche Wasserwirtschaf t. Mehr dazu im Spiegelartikel vom 05.03.13 unter www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/warum-es-der-wasserbranche-an-transparenz-mangelt-a-886229.html
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+1 #2 Berliner Wassersituationadmin 2013-02-05 14:29
Berlin hat eine, zumindest teilweise Wasserprivatisi erung bereits hinter sich und ist nun auch auf Betreiben verschiedener Initiativen, wie der berliner-wasser tisch oder klärwerk, sowie durch einen erfolgreichen Volksentscheid gegen die Privatisierung inzwischen wieder dabei, rück abzuwickeln. Mehr Infos dazu unter:
http://www.klaerwerk-berlin.net und
http://berliner-wasser tisch.net
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+1 #1 Barroso: Kein EU-Zwang zu Wasser-Privatis ierungAdmin 2013-02-01 13:48
Im Interview mit ZIP 2 vom ORF vom 31.01.2013 versicherte der EU-Kommissionsp räsident Baroso: "Die EU-Kommission wird Österreich sicher nicht dazu drängen, sein Wasser zu privatisieren". Wie ist es nur mit dem übrigen Europa?
Vollständiges Interview unter: oe1.orf.at/artikel/330160
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