Kaum schafft die AfD den parlamentarischen Durchbruch, möchte mancher ihr die Hand reichen. Das ist Willkommenskultur mal andersherum. Aber Rassisten gehören nicht in die Regierung.

Beinahe 400.000 Nichtwähler hat die AfD mobilisiert. Toll. 400.000 Leute, die ihre Stimme früher gar nicht abgegeben haben, und jetzt einer rassistischen Partei. Wo liegt der Fortschritt für die Demokratie?

Überhaupt, die Demokratie. Darf man die Demokratie infrage stellen? Der französische Philosoph Alain Badiou hat gesagt, dass er die allgemeine Wahl als solche überhaupt nicht respektiere - sondern dass dies vom Ergebnis abhängig ist: "Die allgemeine Wahl wäre das Einzige, was unabhängig davon, was es produziert, zu achten wäre." Wir wissen inzwischen, was die Demokratie alles produzieren kann. In Polen und Ungarn haben wir es gesehen. Jetzt kommen die Deutschen.

Niemand würde bestreiten, dass der einzelne Wähler ein Idiot sein kann. Aber es können auch alle Wähler zusammen idiotische Entscheidungen treffen. Fehler werden auch in der Summe nicht zu Wahrheit. Und Unsinn wird auch gehäuft nicht zu Vernunft. Im Gegenteil: Gefährlicher Unsinn wird in der Masse nur noch gefährlicher. Also, warum keine Koalitionen? Weil Rassisten nicht in die Regierung gehören.

Aus der Kolumne "Umgang mit der AfD: Neue Willkommenskultur" von Jakob Augstein in spiegel online.

 

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