Am 22.09.2013 ist es wieder mal soweit, eine neue Bundesregierung wird gewählt und wir alle sind natürlich dazu aufgefordert, unseren Teil dazu beizutragen und unsere (zwei) Kreuzchen zu machen. Aber daran, dass es wirklich eine neue Bundesregierung wird - zumindest im wesentlichen Kern, will wohl keiner so recht glauben und das ist auch gleich das Dilemma daran. Keiner glaubt ernsthaft an Veränderungen oder gar daran, dass es nach der nächsten Wahl etwa nicht mehr Angie sein wird, die in pseudokompetenter Zurückhaltung zumindest kompetente Machtpolitik betreibt, während um sie herum Teile unseres gesellschaftlichen Systems zu zerbrechen drohen wie einst die Salzstöcke in Gorleben Wasser zogen, die sie als ebenso kompetente Umweltministerin unter Birne noch als unbedenkliche Atommülllager verkaufte.
was-nun-MuttiJa, der Teil der Deutschen, der nicht den Peer (oder jemand anders) sondern die Angela möchten, werden dafür sorgen, dass sich in der politischen wie parlamentarischen Landschaft der BRD auch nach der Wahl nicht viel ändern wird. Sie wollen nicht ernsthaft mit den Problemen konfrontiert werden, die Angie so mustergültig und geradezu kompetent aussitzt oder für die sie schöne und geradezu bestechend eskapistische Formulierungen findet und damit Glauben macht, dass das alles ja nur halb so wild sei, während die Finanzkrise die Gesellschaft weiter in Arm und Reich spaltet oder durch ihre beinahe grenzenlose Unwissenheit und Inkompetenz  zulässt, dass Bündnispartner getrieben durch ihre Großmachtsparanoia mit weltweiter Abhörtechnik längst Grundrechte ausgehöhlt- und damit auch die informationelle Selbstbestimmung aller Bundesbürger faktisch ad absurdum geführt haben, ohne dass sie das wirklich begriffen hat.

Ja gut, da gibt es ja noch die anderen, die das ebenso ernst sehen wie ich und die vor dieser Form der Trägheit und Saturiertheit längst kapitulieren und sich fragen, "wen soll ich denn noch wählen?" oder "was soll oder kann man denn überhaupt noch wählen?" Zugegeben ist das eine wirklich schwierige Frage und wenn man sich parlamentarische Kräfteverhältnisse in der Nachkriegsgeschichte der BRD mal ansieht, könnte man fast noch mehr verzweifeln obgleich der Schein trügt, denn es haben wichtige gesellschaftliche Veränderungen in der parlamentarischen Landschaft der BRD schließlich dennoch stattgefunden, die ohne den mündigen Wähler und dessen rege Wahlbeteiligung nie hätten stattfinden können. Themen wie z.B. Umwelt und Gleichberechtigung sind und waren immer den politischen Inhalten der Grünen geschuldet und sind längst integraler Bestandteil politischen Alltags und etablierte Referenzthemen inzwischen fast aller großen Parteien. Diese Themen, die schließlich parlametarisch vertreten wurden, haben unser Land verändert, ob nun zum Guten oder weniger Guten sei dahingestellt. Die Linke sitzt längst auch im Bundestag und nun darf man gespannt sein, wohin die von den Piraten proklamierte Netzfreiheit und die sonstigen von ihnen zum Ausdruck gebrachten, sanft anarchistischen und parlamentarisch vertretbaren Attitüden führen werden.
Der politischen Landschaft in Deutschland wird es nicht schaden, denn Vielfalt verhindert Stillstand, Regungslosigkeit und erstarrte Verhältnisse und daran zu partizipieren also an dieser Vielfalt durch eigene aktive Wahlbeteiligung teilzuhaben, sollte ein Selbstverständnis sein!

Nur etwas, was so gar nicht geht, ist, nicht wählen zu gehen, etwa aus Faulheit oder Verdruss, aus den teils hier genannten Gründen, denn wer nicht wählen geht, hat im Geschichtsunterricht einfach völlig gepennt oder ist ob seiner Verstrickheit in diesem so unsichtigen System völlig verloren gegangen und pennt schlicht nur noch! Denn in unserem Wahlsystem - man glaubt es kaum, wiegen nicht abgegebene Stimmen, genauso wie abgegebene Stimmen, tatsächlich eine ganze Menge, denn sie stärken beispielsweise nicht nur den linken, sondern besonders auch den rechten Rand des zur Wahl aufgestellten Parteienspektrums, während sich kaum Mehrheitsverhältnisse unter den Parteien in der "Mitte" bilden können, die den etablierten Blockparteien wenigstens ein bisschen Paroli im demokratischen Kontext bieten könnten. Die Partei der "Nichtwähler", wäre sie denn als Partei zur Wahl zugelassen, sie hat eben nur keine parlamentarische Stimme, weil diese ja schlicht weggeworfen wurde, würde auf Anhieb nicht nur in den Bundestag schaffen, sie wäre auch der mit Abstand beliebteste Koalitionspartner aller Partein, denn sie bildet und das schon seit Dekaden, in jedem Fall eine veritable Mehrheit - garantierte diese zumindest und rangierte somit auf Augenhöhe mit den großen Blockparteien CDU und SPD und sogar noch darüber. So wird es auch dieses Jahr wieder sein und wer hätte gedacht, wie viele Facetten unser demokratisches System, allen Unkenrufen zum Trotz, so zu bieten hat, ginge man doch nur wählen.

Als Ausrede von vermeintlich klugen Menschen, mit teils sogar beachtlichem gesellschaftlichen Ansehen, dafür, dass sie nicht wählen gehen würden, haben sie z.B. erklärt, dass sie nicht genug Zeit hätten, sich mit Politik und den Parteien auseinander zu setzen und einfach nicht genug informiert seien über unsere politische Landschaft. Das befremdet mich sehr, denn sie müssen ja nicht allzu viel dazu tun, um sich über bestehende Verhältnisse zu informieren. Und das auch nur nur alle vier bis fünf Jahre tun zu müssen ist doch schließlich nicht zuviel verlangt. Ich mache mir ernsthafte Gedanken über das bundesdeutsche Bildungssystem, das am Ende der Bildungskette offenbar den Import von Hirnschmalz nötig macht, damit wir sattgefressen nicht verhungern.

Die Auswahl der für die kommende Bundetagswahl zugelassenen Partein ist recht groß und vielfältig neben den bereits neun sog. etablierten zugelassenen Parteien für die kommende Bundestagswahl. Ich muss meine Stimme also nicht einfach wegschmeißen, ich könnte parlamentarischen- und damit letztlich auch gesellschaftlichen Veränderungen eine minimale Chance geben. 

Eine Übersicht der sog. etablierten- wie der sog. nicht etablierten - immerhin ganze 29 Parteien, gibt es z.B. unter http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2013/45619507_kw27_wahlausschuss, eine interessante wie bunte Mischung oder wer hat schon mal von "Die Violetten" oder die "Nein!-Idee" gehört?
Linksstehend habe ich eine Umfrage zu den kommenden Wahlen gestartet, von denen ich mir eine hohe Wahlbeteiligung verspreche. Also, nicht verzagen, es geht weiter, wie auch immer.

Nette Links zum Thema:

Demokratie:Ich denke, also wähle ich - eine Spiegel-Online Kolumne von Sybylle Berg

der Wahlomat, der eine Entscheidungshilfe für die kommenden Bundestagswahl darstellen kann von Spiegel-Online - testit!

 

 

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Kommentare   

 
+1 #2 RE: Bundestagswahl 2013 - wer wählt wen oder was oder warum auch nicht?politnewbee 2014-03-19 18:11
man kann es auch mit Max Frisch sagen: „Wer sich nicht mit Politik befasst, hat die politische Parteinahme, die er sich ersparen möchte, bereits vollzogen: er dient der herrschenden Partei.“
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+1 #1 das kann doch nicht wahr seinhilfe! 2013-09-03 23:23
nach Jahrzehnten des Elendes und des Scheiterns ist Volkes Wohl diese unfähige Landpommeranzen -Fresse? Armes Deutschland!
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