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Luxusgut Parkplatz

Früher spielten Fußballer zum Spaß, heute geht es vor allem ums Geld. Früher kümmerten sich Familien um kranke Großeltern, heute ist der ,,Pflegemarkt" ein Milliardengeschäft. Früher gab es kirchlich-gütige Hilfen für Bedürftige. Heute gibt es eine Sozialstaatsindustrie, die für jedes Handauflegen Geld verlangt. Der Philosoph Jürgen Habermas nennt diesen Trend die „Monetarisierung aller Lebensbereiche". Ein besonders monetarisierter Bereich ist der Parkplatz. Früher war dieser bloß ein Ort, an dem man sein Auto abstellt. Heute ist ein Parkplatz ein Riesengeschäft. Es gibt keine zweite Branche, die mit nichts so viele Milliarden umsetzt. Vor 100 Jahren hätte keiner für möglich gehalten, dass der öffentliche Raum ein Preisschild bekommt. Und in 100 Jahren wird nach dieser Logik die Luft oder das Laufen kostenpflichtig werden:
Jeder Atemzug ein Cent, jeder Schaufensterbummel ein Euro. Beim Parkplatz nehmen wir das Abkassieren für nichts achselzuckend hin. Und weil keiner Widerstand leistet, steigen die Preise - als würde Deutschland in seiner Fläche schrumpfen. Zuweilen kostet Parken sogar mehr als Fahren. Die Kommunen machen die Räume künstlich so eng, dass sie hinterher mit Knöllchenjägern doppelt abkassieren können. Politessen und Kämmerer leben nach dem Motto: Eine Hand casht die andere. In Berlin beschloss der Senat eine „Stellplatzobergrenzenverordnung". Zugleich werden Anwohner gezwungen, Parkausweise für Wohnstraßen zu kaufen. Willkürliche Preise ohne Gegenleistung. Wir leben in einer Schein-Zeit.

(Kolumne aus der ADAC-Zeitung)

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