In Kalifornien klagen mehrere US-Bürger gegen Google, weil das Unternehmen bei seinem Dienst Gmail eingehende E-Mails automatisch scannt und ihre Inhalte auswertet. Auf diese Art wird Spam gefiltert und zielgerichtete Werbung angezeigt. Unter den Klägern sind auch Nutzer, die kein Gmail-Konto haben, aber E-Mails an Kunden des Dienstes sendeten. Ihnen gegenüber argumentiert Google, dass sie zwar nicht an Googles Vertragsbestimmungen gebunden seien, aber implizit Googles Praxis zugestimmt hätten. Alle Mail-Nutzer müssten erwarten, dass ihre Nachrichten automatisch verarbeitet würden.
Google vergleicht das Scannen mit dem Öffnen der Post durch eine Sekretärin. Außerdem beruft sich das Unternehmen auf ein 34 Jahres altes Urteil. Darin ging es um die behördliche Speicherung gewählter Telefonnummern ohne Genehmigung: Weil Telefongesellschaften Verbindungsdaten sowieso speichern, könnten Kunden "keine vernünftige Erwartung von Privatsphäre" haben. Der Anschlussinhaber übermittle die gerufenen Telefonnummern freiwillig ..im normalen Geschäftsablauf". Dieses Privileg will Google nun auch für sich in Anspruch nehmen und dazu gleich definieren, was der "normale Geschäftsablauf" ist - bei Google umfasse der eben das automatische Mitlesen von E-Mails.
Die NGO "Consumer Watchdog" kritisierte diese Argumentation: "Google hat endlich zugegeben, dass sie Privatsphäre nicht respektieren", sagte deren Aktivist John Simpson. Gegenüber c't erklärte ein GoogleSprecher: "Wir nehmen die Sicherheit und den Schutz der Privatsphäre unserer Nutzer sehr ernst."

Quelle: c't 19/2013

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