Das Windsurfen ist für mich seit vielen Jahren eine faszinierende Sportart und stellt neben der sportlichen Herausforderung eine der schönsten Ablenkungen von meinem Alltag dar. Denn kaum auf dem Brett und den ersten Wind im Segel, hat man alltägliche Dinge bald vergessen!

Windsurfen kann man fast überall und natürlich auch in unseren Breiten beinah das ganze Jahr über, wenn man entsprechend hartgesotten und ausgerüstet ist. Voraussetzungen sind selbstverständlich ausreichend Wind, eine Surfausrüstung und ein geeignetes Revier.

Naja, ab einer bestimmten Wassertemperatur wird das Surfen doch ungemütlich, trotz Neoprenbekleidung und so gehöre auch ich eher zu den Saisonsurfern. Also April, spätestens Anfang Mai und je nach Wetterlage, wird angesurft und spätestens Ende Okt. geht es noch ein letztes Mal aufs Brett zum Absurfen. Einige meiner Surfbekanntschaften waren aber auch noch im Dez. oder Januar auf dem Wasser (Nordsee und Ostsee) zu finden, was weniger ein Zeichen dafür ist, dass sie so abgehärtet sind sondern aufzeigt, dass Windsurfen auch süchtig machen kann.
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Reviere
gasgeben-in-GoldEines meiner Lieblingsreviere war lange Zeit Gold an der Orther Reede auf der Insel Fehmarn. Es gibt rund um Fehmarns Küste weitere sehr interessante Surfspots, z.B. das im Norden gelegene Altenteil, mehr für die Wellenliebhaber unter den Surfern geeignet oder das im Südosten der Insel gelegene Wulfen und der Burger Binnensee. In der Surf vom Sep. 2005 sind alle interessanten Ostseereviere - daneben natürlich auch Fehmarn - hervorragend beschrieben.

In Gold, Orth und auch am Wulfener Hals gibt es natürlich auch Surfschulen und die Möglichkeit, Material zu leihen. Besonders zu empfehlen ist die Surf- und Segelstation, Surfen & Segeln in Gold, wo ich trotz eigenem Materials hin und wieder immer noch etwas leihe und Lutz, der Stationsleiter dort, hat immer ein offenes Ohr für Euch - versprochen ;-).

Ein weiteres schönes Surfrevier ist Pepelow am Salzhaff (Surferdorf "San Pepelone "), wo ausgesprochen gute Übungsbedingungen herrschen. Wiederentdeckt habe ich für mich den Saaler Bodden, da dieses wunderbare Surfrevier zum einen aus Berlin schneller zu erreichen ist und es dort zum anderen deutlich ruhiger zugeht als auf Fehmarn. Es ist selbst an guten Windtagen, zumindest am Süd-Darß, recht wenig los auf dem Wasser (siehe unten).
 
 
Auch in der Berliner- und Potsdamer Umgebung gibt es einige sehr interessante Windsurfreviere. Und ist es mal windig genug, geht's für mich meist an den Müggelsee oder an den Fahrländer See bei Potsdam. Die Windpiraten haben diesen, wie andere Berlin-nahe Spots sehr gut beschrieben. Zu erwähnen sind auch der Rangsdorfer See und der Wandlitzsee, an dem es auch eine Surfschule samt Verleih gibt.
 
 
Wie alles begann
Während eines Urlaubs im Juni 1993 auf der Kanareninsel Gran Canaria kam ich auf die Idee, einen Surfkurs zu machen um das Windsurfen zu lernen und begann diesen dann auch an einer kleinen Surfschule in der Nähe von Puerte Rico, etwa 20km nordwestlich von Maspalomas. Das besondere an dieser Station war, dass in der Rezeption der Windsurf-Grundschein vom Surfmeister Dunki, Björn Dunkerbeck persönlich hing. Ob's wirklich der Originale war, ließ sich nie klären aber es war ein guter Anreiz ;-).

Surfen_in_der_AbendsonneDieser war auch nötig, denn der Kurs ging über vier Tage und zwei Tage davon verbrachte ich eigentlich nur damit, den Atlantik auszutrinken. Ich war kurz davor, die Idee zu verdammen und wieder aufzugeben aber am dritten Tag ging es dann ganz gut und die Sache fing langsam doch an, Spaß zu machen.
Die erste einfache Wende und bald auch die erste Halse gelangen und bald fühlte ich mich wie der neue Dunki! Schließlich legte ich eine Prüfung ab und hatte den Grundschein in der Tasche - nach fünf Tagen fleißigen Übens!

Ein besonderer Moment in den ersten Stunden meiner Windsurferei war eigentlich der, als ein bisschen mehr Wind als bis dahin üblich, Druck in meinem Segel erzeugte und ich immer schneller wurde ohne es allerdings wirklich kontrollieren zu können. Das endete mit einem gehörigen Waschgang, war aber der entscheidene Kick für mich, diese tolle Sportart fortan zu betreiben!

Mein Material
Der Schritt zum eigenen Material will gut überlegt sein, denn Windsurf-Interessierte oder Gelegenheitssurfer bekommen an jeder Surfschule meist recht gutes und häufig auch neustes Material zum Ausleihen. Man kann sich so eine Weile ganz gut durchtesten, um mit unterschiedlichen Brettern und Segel vertraut zu werden, Materialunterschiede kennenlernen und eigene Materialvorlieben zu entwickeln.
Meine erste Anschaffung war zunächst erst einmal ein eigener Neoprenanzug, der auch nicht die Welt kostete. Hinzu kam ein eigenes Trapez, mit dem Schritt zum eigenen Brett und Segel zögerte ich allerdings noch eine ganze Weile. Ich war es irgendwann aber leid, immer nur dort fahren zu können, wo es Leihmaterial gibt und zudem an windreichen Tagen oft nicht das bekam, was ich benötigte weil richtige Segel- und Brettgröße gerade vergeben waren. Ausschlaggebend für die Anschaffung eigenen Materials war letztlich dann auch die Einsicht, dass man erst vom Verleih unabhängig, wirklich weiter kommt mit dem Windsurfen.
Mit eigenem Material ist man ortsunabhängig und es verleitet zudem, häufiger auf die Windkarte zu schauen. So steht man häufiger auf dem Brett und aus dem Windsurfen kann schnell mehr als nur ein Urlaubssport werden. Anfängliche Bedenken bezüglich des Material- und Verstau-Aufwandes, Kosten-Nutzen Berechnungen usw. sind schnell zerstreut und die Anschaffung eigenen Surfmaterials erweist sich bald als gute Investition. Eine Einsteiger-Surfausrüstung hält sich geschickt gekauft auch in moderaten Kostengrenzen. Es gibt weitaus kostspieligere Hobbies. 

Inzwischen habe ich viele verschiedene Bretter und Segel getestet und besessen und auch die Entwicklung des Windsurfmaterials geht stets weiter voran. Mein aktuelles Set:
 
  • ein 130L JP Funride ES
  • ein 85L JP Freestyle Wave Pro
  • ein 4,7qm 2005er North Sails Voodoo
  • ein 5,4qm Neil Pryde Excess
  • ein 5,9qm Sailloft Slam
  • ein 6,5qm Gaastra Pilot
  • ein 7,0 qm Gaastra Echo
  • ein 7,5qm Neil Pryde Helium
  • drei Neil Pryde Masten (X3 400cm, 430cm und 460cm) mit denen ich alle aufgeführten Segel fahren kann.
  • zwei Gabelbäume, ein Neil Pryde X3 und ein Waterman von Pro Limit
  • und zudem eine wunderbare Dachbox (Surfline-Dachbox SLB 300) für mein Auto, um den ganzen Kram ans Wasser zu bekommen.
 
Ich decke mit diesem Material meinen Bedürfnissen entsprechend inzwischen alle Wind- und Wellenbereiche ab. Ein kleineres Brett oder ein größeres Segel ist für meinen Bedarf nicht weiter nötig.
 
 
 

Mein erstes eigenes Segel, ein Sailloft "Slam", 5,9qm groß, das ich für gerade mal 80,- und in einem sehr guten Zustand bei ebay erstanden habe. Ein sog. Wave- und Slalom-Segel mit guten Allroundeigenschaften. 

Es ist unkaputtbar und ich habe immer noch Spaß daran!

sailloft_slam
Meine Masten (ein 400cm, ein 430cm Wavemast und 460cm Slalommast) für meine  Segel, sind X3 von Neilpryde. Sie haben 30% Carbonanteil und sind bei durchschnittlichem Gewicht aber hoher Wandstärke und daher sehr haltbar.


 



Meine Gabelbäume sind ebenfalls ein X3 von Neilpryde und ein Prolimit Waterman mit unterschiedlichen Verstellbereichen.
Mein "erstes" Board war ein F2 "Hornet", Modell 2006 mit 144L Volumen. Ein Freerideboard geeignet für wenig Wind und einer großen Segelpalette (6qm - 9qm). Es gleitet sehr früh an und eigent sich bestens als Leichtwindboard und zum Erlernen verschiedener Manöver. 


Maße vom "Hornet":
Volumen: 144L
260cm lang,
75,5cm breit
9,0kg schwer

Neu hinzu gekommen ist kürzlich mein neustes Segel, ein Prachtstück von Neil Pryde - das Helium in 7,5qm! Es ist ein Leichtwind-Freeride-Segel mit zwei Cambern und fährt sich ingesamt ausgezeichnet. Das Segelhandling ist nahezu perfekt und die Scheu vor Camber-Segel ist völlig unbegründet. Zumindest in dieser Größe, denn in größeres Segel dieser Art möchte ich allerdings nicht aus dem Wasser heben...;-)

 

 

Neil Pryde Helium 7,5qm
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Einige Tipps für Windsurfinteressierte:

Wenn Windsurfen in Berlin, dann auf dem Müggelsee, z. B. an der Borkenbude.

Wenn Windsurfen lernen in Berlin, dann bei und mit Martin Meinhart.

Und merke: Windsurfen lernen kann jeder - hang loose! :-)

 

 

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